Die 4F der Konfliktstrategien

Ist ein Lebewesen in eine Situation, in der es sich unwohl oder gar bedroht fühlt, beginnen in seinem Körper Prozesse abzulaufen, die es nicht willentlich steuern kann.

Denn in dem Moment übernehmen die Stresshormone Adrenalin und Cortisol das Zepter und sorgen dafür, dass der Körper in sofortige Alarmbereitschaft versetzt wird. Dabei geht sein Herzschlag hoch und die Muskeln werden besser durchblutet. Und das sogenannte Reptilienhirn übernimmt die Entscheidungen. Da ist es nicht verwunderlich, dass dein Hund in dem Augenblick kaum noch auf deine Signale reagiert – sein Denkhirn ist in dem Moment „out of order“.

DIE REAKTIONEN

Diese sofortige Alarmbereitschaft führt dazu, dass dein Hund ohne zu überlegen reagieren kann und auf die Gefahr mit Flucht oder Angriff reagiert. Sind die Systeme jedoch so überlastet, dass es zu keiner Entscheidung kommt, friert der Hund in seinen Bewegungen ein und lässt Vieles über sich ergehen – bis zu dem Moment wo er explodiert.

Wiederum andere Hunde zeigen übertriebene Bewegungen und Vorderkörpertiefstellungen die manchem Zuschauer ein „Jö, wie schön der spielt“ entlocken. Dabei übersehen sie, wie überfordert der Hund in dem Moment ist, die Situation aber trotzdem nett zu lösen versucht.

DIE 4 KONFLIKTSTRATEGIEN

Diese oben beschriebenen Verhalten werden in der Fachliteratur auch die 4F genannt, denn sie stehen für

  • Fight (Kampf)
  • Flight (Flucht)
  • Freeze (Einfrieren)
  • Flirt / Fiddle (welpiges, aufgeregtes Verhalten)

Bei all dem spielt es keine Rolle, ob die Gefahr real existiert. Dein Hund empfindet sie in dem Moment als Bedrohung.

Es gibt noch ein Fünftes, das sogenannte Faint, bei dem der Hund fast schon tot wirkt. Auf dieses gehe ich hier aber nicht weiter ein, da wir dieses in Todesangst gezeigte Verhalten bei unseren Hunden hoffentlich nie erleben werden.

DARAN ERKENNST DU DIE KONFLIKTSIGNALE

Nicht immer ist ein Konflikt von Anfang an so stark, dass dein Hund gleich sehr heftig darauf reagiert. Viel eher sendet er bereits vorher viele kleine Signale aus, die auf eine nahende Überforderung hinweisen. Das kann ein kleines Verharren beim Anblick eines Hundes sein oder ein kurzes Luftanhalten. Reagierst du bereits auf diese kleinen Signale und bietest deinem Hund einen guten Ausweg aus der Situation so wird er gar nicht erst zu den heftigen Reaktionen greifen. Und weil er zu Beginn eines Konflikts noch aktiv handeln und lernen kann, macht er gleich eine gute Lernerfahrung.

MÖGLICHE VERHALTEN IN EINEM KONFLIKT

Hier ein kleiner Überblick an möglichen Reaktionen innerhalb einer Konfliktstrategie:

(rot = erste Hinweise auf einen kommenden Konflikt / grün = kann auch der Deeskalation dienen)

Welche dieser Strategien dein Hund wählt, hängt von verschiedenen Faktoren ab wie

  • der Situation
  • dem Hundetyp/Hunderasse
  • den Lernerfahrungen deines Hundes
  • aber auch vom Auslöser selbst

FIDDLE/FLIRT (WELPIGES/AUFGEREGTES VERHALTEN
Wählt der Hund diese Strategie, ist immer sehr viel Bewegung und Erregung zu beobachten.

Dabei zeigt der Hund oft auch eine Vorderkörpertiefstellung. Dies führt dazu, dass dieses Konfliktverhalten oft mit einem Spiel verwechselt wird. Auch wenn es dadurch für uns lustig und verspielt aussehen mag, ist es für den Hund anstrengend und belastend. Denn er versucht alles, um den Konflikt nicht eskalieren zu lassen. Er ist dabei aber völlig überfordert und kennt keine andere Alternative.

Manchmal sieht man in eines solchen Situation auch ein Aufreiten. Das hat aber weder mit sexuellem Interesse zu tun und noch weniger mit einem dominantem Verhalten. Auch das häufig in diesen Situationen gezeigte Hochspringen am Hundebesitzer, das Beissen in die Leine oder das „unmotivierte“ Bellen ist ganz oft ein Fiddlen, weil der Hund sich nicht anders zu helfen weiss.

Und somit ist auch klar, dass all diese Verhalten, zusammen mit einem hohen Erregungslevel, ganz oft ein Zeichen dafür sind, dass es dem Hund gerade nicht gut geht.

Wenn du also ein solches Verhalten siehst, egal ob bei deinem oder beim anderen Hund, hilf ihnen nett aus dieser Situation heraus. Alleine schaffen sie es in dem Moment meist nicht mehr und je nach Konfliktlösungsstrategie des Gegenübers kann es auch unschön enden.

In diesem Artikel erfährst du mehr über dieses Verhalten und im Video sind die Signale zu sehen, die den Unterschied zum Spiel ausmachen.

FLIGHT (FLUCHT)

Diese Strategie wählt ein Hund, der möglichst schnell Distanz zwischen sich und der Bedrohung schaffen möchte. Wie gross die gewählte Distanz ist, hängt von vielen Faktoren ab. So reicht es einem Hund, wenn er einen kleinen Bogen laufen kann, während ein anderer weit in den Wald / die Wiese hinein läuft.

Diese Reaktion kannst du aber auch ganz bewusst nutzen, indem du bereits auf sein erstes Inne- oder Luftanhalten reagierst und nicht weiter auf den bedrohlichen Reiz zuläufst. Sondern stattdessen mit deinem Hund einen grossen Bogen läufst oder mit auf eine für ihn ausreichende Distanz gehst. Und du wirst erleben, dass dein Hund dieses Strategie nicht nur immer öfter selber wählt, sondern dass auch die Distanzen mit der Zeit immer kleiner werden.

Und ganz wichtig: Leine deinen Hund in einer kritischen Begegnung nie ab, damit er sein Heil in der Flucht suchen kann. Denn im schlimmsten Fall wird er vom anderen Hund verfolgt und du kannst ihm nicht helfen.

FIGHT (KAMPF/ ANGRIFF)

Diese Strategie wählt ein Hund, der versucht etwas für Unangenehmes in die Flucht zu schlagen oder auch einfach nur zu sagen: „Komm mir nicht näher“. Auch hier beginnen die Signale oft leise und unauffällig. Und auch das Knurren, Bellen und die Scheinangriffe sind alles Signale, die den anderen Hund fernhalten sollen. Erst im allerletzten Moment greift der Hund auf sein letztes Mittel, den Angriff zurück.

Sein aggressives Verhalten ist somit kein Zeichen für einen bösen, aggressiven Hund sondern für einen Hund, der Hilfe und Möglichkeiten braucht, die unangenehme Situation anders zu verhindern.

Denn bis es zu einem ernsthaften Angriff als Verteidigungsstrategie kommt, hat der Hund in der Regel schon viel Anderes versucht. Bei einem Kampf besteht ja nicht nur die Gefahr selbst verletzt zu werden, er setzt auch alles daran einen Konflikt durch Deeskalation zu lösen. Erst wenn er gelernt hat, dass ihm dies alles Nichts bringt, setzt auf stärkere Signale (siehe dazu auch „Die Eskalationsleiter“).

FREEZE (EINFRIEREN / ERSTARREN)

Friert ein Hund ein, zeigt dies, dass sein Alarmsystem sich nicht mehr zwischen Flucht und Kampf entscheiden kann. Wie stark das Freeze ist und ob alle Körperteile davon betroffen sind, ist immer auch von der Einschätzung und auch der Dauer der Bedrohung abhängig.

Nimmt die Bedrohung jedoch weiter zu, erwachen viele Hunde aus ihrer Starre und versuchen entweder panisch zu flüchten oder attackieren ebenso panisch. Es gibt aber auch Hunde, die erst wenn die Gefahr vorbei ist, aus der Starre erwachen. Und danach einen Teil ihres Stresses abbauen, indem sie dem anderen Hund hinterher bellen oder panisch flüchten. Kein Wunder, dass sie in dem Moment auch nicht mehr für unsere Signale empfänglich sind.

LAUERSTELLUNG ALS WEITERE FORM DES FREEZE

Hunde die beim Anblick eines anderen Hundes stehen bleiben oder sich gar hinlegen, zeigen ebenfalls eine starke Form des Freeze. Ihre Augen bleiben dabei auf den Auslöser gerichtet. Im Gegensatz zum drohenden Hund machen sie sich dabei möglichst klein und unsichtbar und blicken auch mal kurz seitlich. Da in der Regel der andere Hund trotzdem weiter auf sie zukommt, müssen sie sich nun eine andere Strategie einfallen lassen:

  • Der eine Hund verbleibt im Freeze und hofft, dass es bald vorbei ist
  • Wiederum andere zeigen einen Scheinangriff und versuchen damit den Anderen zu überraschen
  • Und ein anderer flüchtet panisch und wird im schlimmsten Fall vom fremden Hund verfolgt

Noch schlimmer wird die Situation, wenn der Besitzer einfach weiterläuft, im Wissen, dass ihm sein Hund schon folgen wird. Denn nun schwankt der Hund zwischen seiner Angst vor der Gefahr und der Angst vor dem Verlust seines Menschen.

Deshalb hilf diesen Hunden, egal ob deiner oder der andere sich hinlegt. Wenn es dein eigener ist, bleib bei ihm und versuche, ihn nett auf seitliche Distanz zu locken. Am Besten noch bevor er ins Freeze geht. Manchmal reicht dazu auch ein Sprung auf einen Baumstamm oder eine Mauer. So hat er eine Aufgabe und gleichzeitig unterbricht es den Blickkontakt .

EINFLUSS DER HUNDETYPEN UND RASSEN

Je extrovertierter ein Hund ist, desto eher wird er auf Flirt und Fight setzen, während der unsichere, introvertierte Hund sich tendenziell für Flight oder Freeze entscheiden wird ggf. auch Fight (Abschnappen), wenn er keinen Ausweg mehr sieht.


NICHT IMMER IST DIE GEWÄHLTE STRATEGIE DIE BESTE

Wenn ein Hund merkt, dass ihm seine Strategie innerhalb eines Konfliktes nicht hilft, so wechselt er auf eine, von der er sich mehr Erfolg verspricht.

Kann er sich zum Beispiel eines aufdringlichen Hundes nicht durch Herumalbern (Flirt/Fiddlen) entledigen, entschliesst er sich vielleicht zur Flucht (Flight). Nützt auch dies nichts, so stellt er sich zum „Kampf“ (Fight) oder friert ein (Freeze).

Erweist sich eine gewählte Strategie dabei als besonders erfolgreich, wird er diese zukünftig immer häufiger nutzen, um sich seiner Konflikte zu entledigen. Unbesehen davon, ob es wirklich die beste ist.

Aus diesem Grund ist es wichtig, zu erkennen, wann dein Hund oder auch sein Gegenüber in einer Konfliktsituation stecken, die sie nicht mehr auf gutem Weg lösen können. Dann gilt es, sie zu unterstützen, in dem du sie nett aus der Situation herausholst, bevor er oder der andere reagieren muss. Machst du dies immer wieder, kann dies langfristig zu einem guten Alternativverhalten führen.

Falls dein Hund jedoch häufig solche belastenden Situationen erlebt, solltest du erst einmal derartige Begegnungen vermeiden und ihn mit einem aufbauenden Training helfen.


BEDEUTUNG DER STRATEGIEN FÜR UNS
Während der zitternde und im Freeze erstarrte Hund häufig Mitleid auslöst, wird der genauso stark gestresste Fighter meist als „aggressiv“ oder „dominant“ bezeichnet.

Es kommen dann gerne Trainingstipps, wie „du musst dem Hund einfach mal zeigen, dass du der Chef bist“. Hält man sich an diese und versucht das vermeintlich aggressive Verhalten durch Druck und Strafe zu unterdrücken, zahlen Hund und Mensch einen hohen Preis dafür… sie verlieren das Vertrauen ineinander.

Sind die Strafen stark genug, so wird es vielleicht gelingen, dass der Hund seine Konfliktstrategie aufgibt und ins Freeze geht – auch unter dem Begriff „erlernte Hilflosigkeit“ bekannt. Aber innerlich ist er immer noch gleich gestresst bzw. schlimmer noch, nun kommt auch noch die Angst vor der Strafe dazu.

Aber auch der „Freezer“ wird oft missverstanden, er ist ja so brav und ruhig. Was nicht nur für seinen Halter sondern auch sein Umfeld so angenehm ist. Innerlich wird er aber von seiner Angst fast aufgefressen, ohne dass er Hilfe bekommt.

Den „Freezer“ erlebt man typischerweise bei Begegnungen. Es ist der Hund, der sich bei entgegenkommenden Hunden hinlegt oder der Hund, der sich nicht getraut, an einer Hundegruppe vorbei zu gehen und seinem Besitzer zu folgen.

Genauso schwer hat es aber auch der „Flirter„. Denn ganz oft wird diesem unterstellt, dass er sich nur so aufführt, weil er spielen möchte. Oder aber dem Leinenbeisser, dass er sich frech verhält. Statt die Signale als das zu sehen was sie sind: Ein Hilferufe des Hundes. Auch Hunde die an Menschen hochspringen gehören ganz oft zu den „Flirtern“ – sie zeigen Übersprungshandlungen.

Und was ist mit dem, der sein Glück in der Flucht sucht? Entweder wird er an die Leine genommen und so in der für ihn schwierigen Situation gefangen gehalten oder aber man lässt ihn sich seinen Weg selbst suchen.

Wie in anderen Beiträgen bereits geschrieben, kann ein lang andauender Stress krank machen und zu Kreislauf- oder Herzproblemen führen. Oder den Freezer auch in eine Depression führen.

Deshalb achte unbedingt auf die Signale deines Hundes, egal ob ihr auf dem Spaziergang anderen Hunden begegnet, beim Tierarzt seid oder dein Hund in eine für ihn neue Situation kommt: Unterstütze ihn, indem du ihm gute Alternativen anbietest.

***********

Auch wenn hier typische hündische Verhalten genannten werden, so kennen wir diese Reaktionen auch bei uns Menschen.

Denn wer hat noch nie erlebt, dass ein Mensch, der sich verbal angegriffen fühlt, zum Gegenangriff übergeht (Fight). Oder der Mensch, der sich zurückzieht, weil er sich auf der Party nicht wohlfühlt (Flight). Auch das typische in den Haaren spielen gehört zu diesen Verhalten (Flirt/Fiddeln). Und zu guter Letzt, der Vortragende, welcher trotz super Vorbereitung bei seiner ersten Rede kein Wort herausbringt (Freeze).

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© 2016 (überarbeitet 2021) – Teamschule – Monika Oberli

22 Gedanken zu “Die 4F der Konfliktstrategien

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    • Ja, ein Angstverhalten als solches kann ich natürlich verstärken. Nicht jedoch die Angst, die dahinter steht.
      Und wenn sich das Angstverhalten so zeigt, dass mein Hund Schutz bei mir sucht, dann verstärke ich dieses gerne 🙂

      Vielen Dank auch für das Verlinken meines Artikels

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  11. Ich bin über einen Link zu den Eskalationsstufen des Hundes auf Sie gestossen und finde Ihren Blog wirklich toll! Das mit den Eskalationsstufen ignoriert man als Mensch für gewöhnlich bis es in den roten Bereich geht. 🙂 Es war für mich beispielsweise eine große Lernerfahrung, dass mein Hund, der für gewöhnlich flirtet und den Besitzer anspringt, sich nicht wohlfühlt in der Situation.
    Ich schimpfe sie nicht, sondern gehe vorbei und rufe sie dann ab um sie aus der Situation zu holen, was eigentlich immer funktioniert.

    Leider schaffe ich es nicht, dass sie im Freilauf nicht hinrennt. Ich kann sie wunderbar aus jeder Spielsituation abrufen, aber sie MUSS immer hinrennen. Auch wenn sie weiß, dass sie sich dann whs bedrängt fühlt. Sie ist selbst ein eher aufdringlicher Hund, hat dann aber ein Problem, wenn andere Hunde es auch sind. Es ist das einzige Verhalten das mich wirklich richtig stört, aber ich bekomme es nicht in den Griff.
    Selbst wenn ich ihr eine Aufgabe gebe wie bei Fuß gehen rast sie los und auf den anderen Hund zu. Ich vermute weil sie die Situation regeln will. Aber ich verstehe einfach nicht, warum sie nicht die Ausrede, sich mit mir zu beschäftigen nimmt um sich der Situation nicht aussetzen zu müssen?

    Haben Sie eventuell einen Tipp? Oder eine Erklärung? Lola ist ein 2 1/2 jähriger Labrador. 🙂

    LG aus München

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  12. Hallo,
    mal wieder toller Artikel *Daumenhoch*
    Ich habe einen unsicheren Sheltie, der aber durch seinen Streß dominant rüberkommt. Er hat sich schon von Klein auf auf den Boden gelegt und abgewartet wenn andere Hunde kommen (Border-typisch, wobei in ihm auch viel Hütetrieb drin steckt). Jetzt ist er 3 Jahre alt. Oft schießt er nach vorne und startet eine „Scheinattacke“, auch bei Hunden (Hündinnen) die er gut kennt und keine Angst zu haben braucht. Der Hund wird dann kurz angebellt und dann ist gut. Besonder große (extrovertierte) Rüden sind extrem stressig für ihn, da wird auch geknurrt und angesprungen. Nun ja, richtigen Trainingsansatz hab ich auch noch nicht gefunden. An der Leine ist er auf jeden Fall aggressiver, da lasse ich schon lange keinen Kontakt (außer absolut bekannte Hunde) zu – wenn möglich. Er fixiert die Hunde in solchen Stresssituationnen, so dass er auch kaum ansprechbar ist. Haben Sie event. noch eine Idee?

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    • Ihr Hund hat gelernt, dass sein jetziges Verhalten eine sinnvolle Strategie darstellt, um andere Hunde auf Distanz zu halten.
      Um ihm zu helfen, müssen sie ihm nun zeigen, dass es bessere Alternativen gibt mit denen er die Distanz zu anderen Hunden wahren kann. Und zwar ganz ohne Strafe und Druck.
      Welche Alternativverhalten für Sie und Ihren Hund die richtigen sind und wie diese aufzubauen sind, würde den Rahmen dieses Blogs jedoch sprengen. Auch ist es in meinen Augen unprofessionell Ihnen hier konkrete Anleitung zu geben, ohne Sie und Ihren Hund persönlich zu kennen.
      Wichtig für Ihren Hund wäre aber auch, dass er gute Hundebegegnungen an der Leine ohne direkten Kontakt haben darf (vielleicht haben Sie ja Jemand in der Nähe, der gute Social Walks anbietet) sowie das generelle Stärken seines Selbstbewusstseins.
      Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, sich an einen guten und positiv arbeitenden Verhaltenstherapeuten Ihrer Umgebung zu wenden, der sie ein Stück auf Ihrem Weg begleitet.

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  13. Ein guter Artikel. Nur was gibt es für Trainingsmethoden. Klick für Blick ging bei mir nicht. Es hat nicht funktioniert. Mal warnt sie wie ein normaler Hund und dann hat sie auch Kandidaten da rastet sie komplett aus. Meine Hündin ist denke ich sehr unsicher. Aber manchmal wenn sie einen anderen Hund sieht, rennt sie los und springt diesem in den Nacken. Mir bleibt kaum Zeit noch einzugreifen. Ich finde das sehr erschreckend. Wirklich nett ist sie nur zu ganz ausgewählten unkastrierten Rüden.
    Sie kommt aus Rumänien. Ich habe Sie jetzt fast 2 Jahre und Sie ist ca 7 Jahre alt.
    Sie muss gar nicht jeden Hund mögen, aber dieses plötzliche losschießen und dem anderen Hund in den Nacken zu springen und zu schnappen ist wirklich extrem. Oft passiert es, wenn Sie angebellt wird, aber manchmal einfach so. Habe ich Sie an der Leine ist das alles nur noch viel schlimmer.

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    • Da gebe ich Ihnen absolut recht. Ein Hund muss nicht jeden Hund mögen. Aber wie Sie ja selber merken, geht das andere natürlich auch nicht.
      Der „Klick for Blick“ ist eine tolle Möglichkeit, Hunden zu helfen. Aber in der Regel reicht dies alleine nicht. Auch ist es wichtig, diesen Trainingsansatz korrekt und fehlerfrei anzuwenden, um eine Veränderung beim Hund zu bewirken.
      Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, sich an einen kompetenten Verhaltenstrainer zu wenden, der sich mit dem Verhalten Ihres Hundes auskennt und der ihnen zeigt, wie Sie Ihrer Hündin helfen können, damit Hundebegegnungen entspannter werden. Bedenken Sie aber, je häufiger Ihre Hündin das aktuelle Verhalten noch zeigen kann, desto mehr wird es sich festigen. Auch ist es für den entgegenkommenden Hund nicht gut, so attackiert zu werden und kann je nach Grössenverhältnis auch gefährlich werden. Deshalb müssen Sie verhindern, dass Sie dies weiter machen kann. Und das geht nur durch Absicherung mittels Leine. Das kann aber durchaus auch eine etwas längere sein, so dass sie doch etwas Freiraum hat. Falls Sie noch nie mit einer längeren Leine gearbeitet haben, lassen Sie sich dies unbedingt zeigen!

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  14. Ängste sind für alle Beteiligten sehr belastend. Und je häufiger ihr Hund in Situationen kommt, bei denen sie so stark reagieren muss, desto schneller ist ihre Energie verbraucht und sie wird noch heftiger auf den Auslöser reagieren. Sie können aber mit Werkzeugen wie „der konditionierten Entspannung“, „dem Click for Blick“ sowie „Zeigen und Benennen“ aber auch dem „Geschirrgriff“ Ihrere Hündin helfen, solche Situationen besser zu bewältigen. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen. Aber langfristig wird es Ihr und damit auch Ihnen viel besser gehen.
    Im Internet finden Sie diverse Anleitungen zu obigen Werkzeugen. Aber am Besten lassen Sie sich am Anfang von einem Trainer, der damit vertraut ist, begleiten, damit Sie und Ihr Hund, diese möglichst fehlerfrei lernen können.

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  15. Hallo, der Artikel ist wirklich interessant. Wir haben einen Hund aus Spanien der noch vor vielem angst hat. Zu Hause ist sie sehr liebevoll und sucht immer den Kontakt zu uns. Draußen rastet sie gegenüber Radfahrern, joggern und häufig auch Hunden an der Leine aus. Auf der hundewiese ist alles in Ordnung. Haben Sie einen Tipp, wie ich ihr da helfen kann? Das ist wirklich stressig für sie.

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