In diesem zweiten Teil zu den „Gefahren im Wasser“ findest du die folgenden Gefährdungen:
- Blaualgen im Wasser
- Vibrionen in Ost- und Nordsee
- Wasserrute
- Wasservergiftung
- Sandkolik
- Ertrinken
- Alternativen
Zum ersten Teil mit den Gefahren im Wasser und guten Alternativen gelangst du hier.
Und wie schon im ersten Teil geschrieben, musst du weder dir noch deinem Hund den Spass und die Abkühlung am Wasser nehmen, wenn du einige Vorsichtsmassnahmen beachtest.
BLAUALGEN IM WASSER
Regelmässig tauchen spätestens bei den ersten wärmeren Tagen im Mai Beiträge auf, in denen vor Blaualgen in Gewässern gewarnt wird. Durch deren giftigen Ausscheidungen sind nämlich nicht nur Wildtiere, sondern auch unsere Hunde gefährdet. Und auch für uns Menschen und vor allem Kleinkinder sind Blaualgen nicht zu unterschätzen.
Nachtrag: durch die generelle Erwärmung besteht bei einigen Seen inzwischen fast ganzjährig die Gefahr dafür.
Symptome
Eine Blaualgen-Vergiftung kann sich durch ganz unterschiedliche Symptome zeigen, abhängig von der aufgenommenen Menge und der Art der Toxine.
- Hautreizungen, Blasen, Hautentzündungen
- Allergische Reaktionen
- Bindehautentzündung
- Durchfall
- Erbrechen
- Ohrenschmerzen
- Starkes Speicheln

- Blasse oder aber bläulich,
violette Schleimhäute - Schwäche
- Schock
- Leberschädigungen
- Fieber
- Muskelzittern, Krämpfe bis hin zu Lähmungen
- Atemnot
- Tod
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Die ersten Symptome treten meist schon 30 Minuten bis zu wenigen Stunden nach dem Kontakt mit den Blaualgen auf.
Auslöser
Die grösste Gefahr besteht für Hunde, welche aus den von Algen belasteten Gewässern trinken oder darin schwimmen. Aber auch das Ablecken von Steinen, Fell oder das Benagen von Ästen, an denen die Blaualgen haften, kann zu Vergiftungserscheinungen führen.
Hintergrund
Auch wenn der Name anderes besagt, handelt es sich bei den Blaualgen um keine Alge sondern einen Mikroorganismus aus der Familie der Cyanobakterien. Diese Bakterien produzieren verschiedene wasserlösliche Toxine, welche zu Hautproblemen, im schlimmsten Fall aber auch zum Tod führen können, da sie Leber-, Nieren-, Gehirn- und Nervenschädigungen verursachen.

Blaualgen sind auf der ganzen Welt zu finden und nicht alle sind giftig. Weil sich aber die ungiftigen von blossem Auge nicht von den giftigen unterscheiden lassen, gilt es alle Gewässer zu meiden, in denen Blaualgen zu sehen sind.
Zu erkennen ist die Blaualge an ihrer grünlichen meist etwas ölig wirkenden Farbe. Oftmals sind auch Schlieren oder Teppiche zu sehen, die grünlich bis leicht bläulich schimmern. Manchmal findet man aber auch die Burgunderblaualgen mit der typischen himbeer- bis dunkelroter Färbung. Ebenfalls typisch ist ein leicht muffiger Geruch.
Die besten Lebensbedingungen finden die Blaualgen an sonnenbeschienen Uferbereichen von langsam fliessenden oder stehenden, nährstoffreichen Gewässern. Selbst in Pfützen und an der Ostsee sind die Blaualgen leider schon gesichtet worden.
Weil sie sich bei kühlem Wetter auch auf den Bodengrund zurückziehen können, kommt es manchmal innert weniger Stunden zu einem schlagartigem Aufkommen, sobald sich das Wasser wieder erwärmt. Die eigentliche Vermehrung erfolgt über eine ungeschlechtliche Zellteilung.
Hier auch noch ein Link zur Unterscheidung von Grün – und Blaualgen
Behandlung
Sichtbare Algen im Fell sollten sofort entfernt werden. Und je eher du bei einem Tierarzt bist, desto schneller kann er versuchen, das Schlimmste zu verhindern.
Hautreizungen und -infektionen haben eine gute Prognose und allfällige Infektionen können gut mit einem Antibiotika behandelt werden.
Bei einer Vergiftung kommt es hingegen darauf an, wie viel Gift der Körper schon aufgenommen hat. Und weil kein Gegenmittel existiert, kann der Tierarzt nur versuchen, eine weitere Giftaufnahme zu stoppen, den Kreislauf zu stabilisieren und auf Krämpfe sowie Atemstillstände entsprechend zu reagieren
Vorbeugung
Die einzige Vorbeugung ist es, deinen Hund nicht in oder an Gewässer zu lassen, bei denen auch nur der leiseste Verdacht auf diese Algen besteht. Idealerweise bringst du deinem Hund bei, dass er bei dir nachfragt, bevor ans Wasser geht.
Beachte auch die aufgestellten Badeverbote. Die Besitzer des Gewässers machen dies nicht zum Spass oder um dich zu ärgern. Existiert kein solches Verbot, melde allfällige Sichtungen umgehend der Gemeinde oder der Polizei.
Weitere Informationen zu den Gefahren von Algen
Merkblatt der Stadt Zürich mit Beispielbildern
VIBRIONEN IM MEER
In den vergangen Jahren kam es in den Sommermonaten immer mal wieder zu Problemen durch Vibrionen in der Ostsee. Auch wenn die Meldungen von tatsächlich erkrankten Menschen selten sind, so können sie gerade bei immungeschwächten Menschen zu schlimmen Symptomen bis hin hin zum Tod führen. Aber auch unsere Hunde sind betroffen, wenn sie von diesem Wasser trinken oder zum Beispiel mit offenen Wunden darin schwimmen.
Symptome
Äusserlich
- Wundinfektionen
- Ohrenentzündungen
- Lokal starke Schmerzen
- Nekrosen
- Fieber
- Schüttelfrost
- Sepsis

Innerlich
- Übelkeit
- Erbrechen
- Wässriger Durchfall
- Krampfartige Bauchschmerzen
- Sepsis
Die ersten Symptome treten in der Regel innerhalb von 4 bis 96 Stunden auf, so dass der Zusammenhang relativ schnell gegeben ist.
Auslöser
Beim Baden in den mit Vibrionen belastetem Wasser können die Vibrionen in kleinste Wunden eintreten und dort zu Entzündungen führen. Und durch die Wasseraufnahme (oder fressen von Meerestieren mit diesen Erregern) gelangen die Erreger in den MagenDarm-Trakt.
Hintergrund
Vibrionen sind stäbchenförmige Bakterien, welche sowohl in Salz- und schwachsalzhaltigem Süsswasser vorkommen können. Am wohlsten fühlen sie sich jedoch in Gewässern mit einem niedrigen Salzgehalt wie zum Beispiel in der Ost- und Nordsee. Auch wenn die dort zu findende Art nicht so gefährlich ist wie die Vibrio cholerae (Cholera), können auch andere Arten zum Teil heftige Krankheitssymptome verursachen.
Behandlung
Aufgrund des schnellen Verlaufs der Infektionen muss die Behandlung mit Antibiotika möglichst schnell beginnen. Dann kann sie in der Regel gut therapiert werden.
Vorbeugung
Da diese Bakterien von blossem Auge nicht zu sehen sind, wäre die einzige sichere Massnahme, den Hund ab 20 Grad Wassertemperatur nicht mehr in diese Gewässer zu lassen. Da aber bis anhin nicht alle Strandabschnitte gleich betroffen scheinen, kannst du evt. auch auf der Gemeinde oder bei den Tierärzten vor Ort nachfragen, ob ihnen Fälle bekannt sind.
Und dann natürlich einfach auch achtsam auf mögliche Symptome sein.
Weitere Informationen zu den Vibrionen und hier
DIE WASSERRUTE
Bei der Wasserrute, auch unter Hammelschwanz oder Cold Water tail bekannt, handelt es sich um eine für den Hund sehr schmerzhafte Erkrankung, die in erster Linie der Rutenansatz betrifft. Neben den Schmerzen kann es auch zu Schwellungen und vorübergehenden Lähmungen in den betroffenen Körperregionen kommen.
Symptome
Die Symptome einer Wasserrute sind recht eindeutig:
- Die Rute steht nach dem Ansatz einige Zentimeter horizontal und starr nach hinten
- Der Rest der Rute hängt schlaff herunter
- Der Hund kann nicht mehr wedeln
- Schmerzsymptome
- Berührungen an der Stelle sind unangenehm
- Der Hund setzt sich nicht mehr hin oder nur noch seitlich wie ein Welpe
Manchmal hat der Hund auch Schmerzen beim Kot- und Urinabsatz, wirkt lustlos und mag nicht mehr fressen.
Auch wenn die Symptome so typisch sind, müssen bei der Untersuchung andere Ursachen ausgeschlossen werden. Bei einem meiner Kundenhunde führte zum Beispiel eine leichte Blockade des ersten Schwanzwirbels zu ähnlichen Symptomen.
Auslöser
Die Symptome treten schlagartig und meist nach intensivem Spiel oder Sprüngen ins kalte Wasser auf. Aber auch starke körperlicher Belastung oder kaltes Wetter können dazu führen.
Hintergrund
Die Ursache ist bis heute nicht hundertprozentig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass es zu einer Durchblutungsstörung in der betroffenen Region kommt, worauf die beschrieben Symptome eintreten.
Obwohl diese Erkrankung alle Hunde treffen kann, findet man sie bei manchen Rassen wie bei den Retrievern, dem Beagle, Pointer und Setter häufiger. Meine erste Begegnung mit der Wasserrute war jedoch bei einem Jack Russel Terrier während eines Agilitytrainings an dem ich teilnahm. Da ich diese Erkrankung schon aus Berichten kannte, konnte ich der Besitzerin gleich den richtigen Hinweis geben.
Behandlung
Es handelt sich zum Glück um keine lebensgefährliche Erkrankung und auch die Behandlung ist in der Regel recht unkompliziert. Viel Ruhe sowie entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente (ohne Kortison) sorgen dafür, dass die Wasserrute zum Teil bereits nach wenigen Tagen wieder ausgeheilt ist.
Hilfreich sind auch Wärmekissen, Massagen, Physio- und Laserbehandlungen.
Vorbeugung
Vermeide nach Möglichkeit die oben beschriebenen Auslöser. Und sorge für Aufwärmung vor und ausreichende Pausen während deines Trainings.
Weitere Informationen zur Wasserrute im Schweizerischen Hundemagazin
WASSERVERGIFTUNG
„Die Dosis macht das Gift.“ Dieser Satz gilt auch für das überlebenswichtige Wasser. Denn wird zu viel davon aufgenommen, kann es zu einer akuten und lebensgefährlichen Vergiftung kommen. Auch wenn die Hyperhydratation lange nicht so häufig ist wie eine Dehydration (Austrocknung), lohnt es sich, deren Symptome zu kennen.
Symptome
Unmittelbare Symptome
- Erbrechen
- Abgeschlagenheit
- Schwindel
- Aufgeblähter Bauch
- Blasse Schleimhäute
- Starkes Speicheln
- Geweitete Pupillen
Später auftretende Symptome
- Koordinationsstörungen
- Muskelzuckungen
- Krämpfe
- Bewusstlosigkeit
- Atemnot
- Anschwellen des Gehirns
- Koma bis hin zum Tod
Trotz zu viel Wasser im Körper, pinkelt der Hund nicht so häufig wie man erwarten würde. Der Körper versucht dadurch, nicht noch mehr Salz (Natrium) zu verlieren.
Auslöser
Eine Wasservergiftung tritt ein, wenn ein Hund viel mehr als die normalen 20 bis 100ml Flüssigkeit (je nach Fütterungsart) zu sich nimmt. Die wenigsten Hunde werden jedoch freiwillig so viel trinken, dass es dazu kommt.
Gefährdet sind deshalb vor allem Hunde beim Spiel am Wasser, da sie bei ihren Sprüngen und beim Bällchen Rausfischen oft auch einen Schluck Wasser zu sich nehmen.
Auch das Spiel mit dem Rasensprenger ist nicht ungefährlich, wenn es zu lange dauert. Denn bei Beiden realisiert der Hund nicht, wie viel Wasser er zu sich nimmt (ein Besitzer berichtete nach einem solchen Spiel leider auch von einer Magendrehung mit tödlichem Ausgang).
Hintergrund
Die zu hohe Flüssigkeitsaufnahme übersteigt die Ausscheidungs-Kapazität der Niere. Dadurch kommt es zu einer Verdünnung des Blutes mit gleichzeitiger Verringerung des darin enthaltenen Natriumgehalts. Zum Ausgleich stellt der Körper auf Sparflamme um und verhält sich nun ähnlich wie bei einer Dehydrierung. Dies wirkt sich wiederum negativ auf die Funktionen von Herz, Nieren, Hirn und Lunge aus.
Aber auch die Körperzellen reagieren auf den sinkenden Natriumgehalt und versuchen durch zusätzliche Wassereinlagerungen den Salzgehalt auszugleichen. Dadurch kommt es zum Anschwellen der Zellen im ganzen Körper was es gerade beim Gehirn besonders gefährlich macht, da sich dieses nicht unbegrenzt ausdehnen kann.
Bei kleinen Hunden und auch Welpen, deren Nieren noch nicht ausgereift sind, kann dies bereits innerhalb von 2 bis 3 Stunden zu einem lebensgefährlichen Zustand führen. Aber auch bei grösseren Hunden hat man nicht unbegrenzt Zeit.
Behandlung
Besteht der Verdacht auf eine Wasservergiftung ist ein möglichst schneller Tierarzt-Besuch unumgänglich. Falls eine Klinik in der Nähe ist, geh am Besten gleich dorthin. Denn nicht jeder Tierarzt kann den Natriumgehalt im Blut bestimmen.
Versuch auch nicht selbst und ohne Rücksprache mit dem Tierarzt deinem Hund zu helfen. Denn ein unkontrollierter Anstieg des Natriumgehalts durch Salzzugabe kann das Leben deines Hundes ebenfalls gefährden.
Leider ist dein Hund auch nach einer erfolgreichen Erst-Behandlung noch nicht 100 prozentig über den Berg. Deshalb beobachte deinen Hund die nächsten Tage gut und reagiere schnell, sollte sich sein Zustand verschlechtern.
Vorbeugung
Natürlich musst du deinem Hund nun nicht den Spass am Wasser nehmen. Gerade im Sommer wenn es heiss ist, gibt es für die meisten Hunde nichts Schöneres.
Auch das Ballspiel im Wasser darfst du selbstverständlich weiter machen, wenn du dabei ein paar Regeln beachtest wie, halte dieses möglichst kurz, insbesondere wenn dein Hund dem Ball begeistert nachspringt und lege öfters Pausen ein.
Daneben gibt es aber auch noch viele andere schöne Möglichkeiten, sich im Wasser abzukühlen. Weiter unten zeige ich dir einige Beispiele.
Weitere Informationen zur Wasservergiftung hier
SANDKOLIK
Eine Sandkolik ist für deinen Hund nicht nur sehr schmerzhaft, sie kann unbehandelt auch zu einem lebensgefährlichen Darmverschluss führen.
Symptome
- Blähungen
- Magen-Darm-Krämpfe
- Durchfall oder auch Verstopfung
- Der Bauch ist hart und schmerzempfindlich
- Pressen beim Kotabsetzen, ohne dass was kommt
- Erbrechen
- Dehydrierung
- Appetitverlust
Auslöser

Verschluckt dein Hund beim Kekse einsammeln oder Ballspiel etwas Sand ist dies nicht weiter schlimm. Denn dieser kommt im Normalfall mit dem nächsten Kot wieder raus.
Hat dein Hund jedoch durch ein intensives Ballspiel am Strand eine grosse Menge Sand verschluckt, kann es passieren, dass er diesen nicht mehr ohne Hilfe ausscheiden kann.
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Hat er dazu auch noch Meerwasser getrunken, kann es erst noch schneller zu einer Dehydrierung kommen.
Und auch hier sind wieder die kleinen Hunde gefährdeter und somit auch die häufigeren Patienten mit dieser Diagnose.
Die Kollegin hat bei ihrem Dackel einen solche Situation erlebt, als diese sich am Strand Krabben gefischt hatte, die nach einem Sturm zahlreich vorhanden waren.
Hintergrund
Eine Sandkolik entsteht durch eine Sand- oder Erdanreicherungen im Darm. Dabei können die scharfkantigen Sandkörner und der feste Darminhalt die empfindlichen Darmschleimhaut so reizen, dass es zu einer Kolik kommt.
Das zusätzliche Gewicht kann die Bewegungen des Darms aber auch so einschränken oder gar vollständig zum Erliegen bringen, dass die Verdauungstätigkeit und auch die Wasseraufnahme beeinträchtigt wird. Und weil dies mit der Zeit zu einer Eindickung und Verhärtung des Darminhalts führen kann, resultiert am Ende ein Darmverschluss.
Behandlung
Ein Röntgenbild wird deinem Tierarzt zeigen, was die Ursache für die Beschwerden deines Hundes sind.
Befindet sich tatsächlich Sand im Magen-/Darmtrakt, wird er als erstes versuchen, diesen durch darmanregende Mittel heraus zu befördern. Gelingt dies nicht oder besteht akute Lebensgefahr, wird er den Sand unter Narkose entfernen müssen. Denn nur so kann er verhindern, dass Gewebe abstirbt oder es durch den Darmverschluss zu einer Aufgasung des Magens kommt.
Vorbeugung
Halte die Spielsequenzen, bei denen dein Hund Sand und Meerwasser schlucken könnte, möglichst kurz. Und sorge für ausreichend Frischwasser mit dem er zwischendurch seinen Durst stillen kann.
Sand ist aber nicht nur im Magen unangenehm. Untersuche deshalb nach dem Spiel auch seine Augen und entferne dort allfälligen Sand. Achte dabei darauf, seine Hornhaut nicht zu verletzen.
ERTRINKEN

Die meisten Hunde sind gute Schwimmer. Trotzdem sind auch sie nicht davor gefeit, unterzugehen. Dies weil sie zu erschöpft sind, um sich noch über Wasser zu halten oder weil sie überhitzt ins Wasser springen und einen Kreislaufkollaps erleiden. Auch wenn der Hund zu viel Wasser auf einmal in die Lunge bekommt, kann dies zu einer gefährlichen Situation führen.
Eine gut sitzende Schwimmweste kann hier viel verhindern.
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Sekundäres Ertrinken
Beim Ertrinken denkt man normalerweise an die direkten Folgen eines Badeunfalls. Dass es auch noch Tage nach einem Wasserunfall zum Tod durch „Ertrinken“ kommen kann, ist weniger bekannt, da dies zum Glück auch selten ist.
Zu diesem Sekundären Ertrinken kann es kommen, wenn wenige Milliliter eingeatmetes Wasser in der Lunge verbleiben. Die darin enthaltenen Verschmutzungen können Entzündungen, Ödeme und lebensgefährliche Lungenentzündungen verursachen, sie können aber auch immer mehr der feinen Lungenbläschen zerstören. Die Folge ist bei beiden ein zunehmender Sauerstoffmangel, der – wenn nicht rechtzeitig behandelt – früher oder später zum Tod führen kann.

Deshalb achte die Tage nach einem Aufenthalt am Wasser bei dem dein Hund danach stark gehustet hat, auf die folgenden Alarmsignale:
- Starker, anhaltender Husten
- Auffallend schnelle Atmung
- Rasselnde Atemgeräusche
- Erhöhte Temperatur/Fieber
- Durchfall und Erbrechen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Schmerzen in der Brust
- Schnelle Atmung und Atemnot
- Bläuliche Schleimhäute
Ist dies der Fall, gehört dein Hund umgehend in die Tierklinik. Erwähne dabei unbedingt deinen Verdacht auf eingeatmetes Wasser.
Trockenes Ertrinken
Ein Schutzmechanismus, der normalerweise dafür sorgt, dass kein Wasser in die Lunge dringt, wird hier zur tödlichen Gefahr. Beim Trockenen Ertrinken glauben Körper und Gehirn, dass gleich Wasser in die Atemwege eintreten wird und verschliessen den Zugang zur Lunge. Dabei kann es zu einem Krampf der Stimmbänder am Kehlkopf kommen. Löst sich dieser Krampf nicht rechtzeitig, kommt es zum Ersticken, ein absoluter Notfall. Trotzdem gilt es Ruhe zu bewahren und auch den Hund zu beruhigen, damit sich der Muskel hoffentlich von alleine wieder entspannt.
Ich habe jedoch keine eindeutigen Angaben gefunden, ob diese Gefahr beim Hund real existiert. Und auch der Sekundäre dürfte zum Glück nicht allzu häufig sein. Beim Menschen geht man von einer Wahrscheinlichkeit von ein bis zwei Prozent aller tödlichen Ausgänge nach einem Badeunfall durch einen Sekundären aus. Aber besser ist es allemal, man weiss darum und braucht es nicht, als umgekehrt.
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Und so wünsche ich dir und deinem Hund nun viele wunderschöne Spaziergänge und Aufenthalte am Wasser.
Zu Teil 1 mit den Gefahren im und ums Wasser
© 2023 Monika Oberli, Teamschule.blog














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