Spielende Hunde

Ich liebe es, Hunde spielen zu sehen. Zu beobachten, wie sie miteinander interagieren und ihre vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen. Aber auch wie sie sich entschuldigen und verzeihen, wenn das Spiel mal etwas zu ruppig geworden ist.

Aber leider führt unsere Freude an spielenden Hunden auch ganz häufig zu Missverständnissen. Denn nicht alles was wie Spiel aussieht, ist auch tatsächlich Spiel. Und deshalb ist dieses auch eines der am häufigsten fehlinterpretierten Verhalten. Höchstens vielleicht noch übertroffen vom „glücklichen Hund“ oder „dem schuldbewussten Hund„.

WAS MACHT EIN SPIEL ZUM SPIEL

Spiel hat viele unterschiedliche Gesichter. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns hier erst einmal auf eine Definition festlegen, anhand derer wir ein hündisches Spiel erkennen.

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SPIEL ist spannend, SPIEL macht Spass

Und weil es so ist, liegt die Belohnung für das Spielen im Spielen selbst. Dann braucht es auch keine andere Motivatoren wie Leckerchen oder gar Zwänge von Aussen.

Spiel ist aber auch biologisch wichtig. Fehlt dieses im jugendlichen Alter, verkümmern viele Anlagen und diverse Lernprozesse fallen schwerer. Denn in diesem Alter hilft spielen beim

  • Einüben wichtiger Verhaltensweisen
  • Trainieren der motorischen, geistigen und sozialen Fähigkeiten
  • Erlernen der hündischen, menschlichen und sonstiger Kommunikation
  • Aufbau und Stärken der Bindung, Beziehung sowie des sozialen Zusammenhalts

Deshalb nutze auch du das freie und vom Alltag und Erziehung losgelöste Spiel mit deinem Hund. Und du wirst merken wie gut dies euch und eurer Beziehung tut.

MERKMALE EINES SPIELS

  • Spiel wird durch gegenseitige Spielsignale eingeleitet
  • Spiel ist freiwillig, mit dem Recht auch Stopp oder Nein zu sagen
  • Handlungen, die im Spiel gezeigt werden, haben keinen Ernstbezug
  • Spiel beinhaltet Regeln und Rücksichtnahme
  • Spiel verfolgt keinen Plan und findet im Hier und Jetzt statt
  • Im Spiel haben Alltag und Umwelt Pause
  • Im Spiel sind viele Spielsignale wie Spielgesicht, Pausen und weiche Bewegungen zu sehen

SIGNALE, DASS ES KEIN SPIEL MEHR IST

    • Das Spiel wird hektischer
    • Die Hunde werden lauter
    • Es finden kaum mehr Rollenwechsel statt
    • Es sind nur noch wenige Spielsignale und Spielgesichter zu sehen
    • Pausen werden seltener oder treten gar nicht mehr auf
    • Der Blick wird direkter
    • Körper- und Gesichtsmuskeln spannen sich an

MANCHES IST VON ANFANG AN KEIN SPIEL

Auch wenn vieles einem Spiel ähnelt, so zeigen doch manchmal Situation und Signale des Hundes, dass dem nicht so ist. Deshalb schau genau hin, ob es sich bei der Interaktion zwischen deinem und anderen Hunden tatsächlich um ein Spiel handelt oder ob es nicht eher diesen Funktionen dient:

  • dem Abbau von Erregung oder Stress
    Als Übersprungshandlung im Rahmen der 4F
    .
  • der Konfliktlösung
    Fiddeln ist netter als Angriff und sicherer als Flucht
    .
  • als Jagdspiel mit Mobbingtendenzen
    In dem Fall ist der Gejagte nicht mehr spielerische Beute sondern wurde zum echten Jagdobjekt
    .
  • als bewusste Strategie
    Um das Gegenüber zu testen und Informationen über ihn zu sammeln

UNTERSTÜTZE DEINEN HUND

Überprüfe die Spielmotivation
Wenn du nicht sicher bist, ob dein und der andere Hund noch spielen, könnt ihr den folgenden Test durchführen

  • Du und der/die anderen Besitzer rufen die Hunde ab und gönnen ihnen eine kurze Pause
  • Dann lasst ihr als erstes den Hund gehen, von dem ihr die Meinung wart, ihm könnte unwohl gewesen sein
  • Spielt dieser den/die anderen gleich wieder an und diese steigen entspannt ins Spiel ein, dann ist alles in Ordnung
  • Wenn nicht, lasst die Hunde vorerst nicht zusammen, sondern setzt den Spaziergang entspannt fort

Hilf deinem Hund
Aber es reicht natürlich nicht, wenn du siehst, dass die Hunde nicht mehr fair spielen. Du musst auch wissen, wie du deinem Hund helfen kannst.

Ideal ist es natürlich, wenn du dich mit dem Besitzer des anderen Hundes absprechen kannst und ihr gleichzeitig beide Hunde abruft. Dies ist aber leider nicht immer möglich. Dann geh in die Nähe deines Hundes und versuche ihn in einem ruhigen Moment anzusprechen und zu dir zu rufen. Sollte der andere Hund ihm folgen, dann stell dich dazwischen. Bleib aber ruhig.

Lehre deinen Hund ein faires und seinem Spielpartner angepasstes Spiel und er wird viele schöne Begegnungen haben dürfen. Überbehüte ihn aber auch nicht, denn ein Anraunzer oder ein Knurren darf auch in einem Spiel mal sein.

UND HIER GEHT’S GLEICH WEITER

Spiel oder kein Spiel – unter anderem mit den folgenden Themen

  • Merkmale für hündisches Spiel
  • Das Spielgesicht
  • Die Vorderkörpertiefstellung
  • Signale, dass ein Spiel zu kippen beginnt
  • Spieltypen und -arten
  • Mobbing unter Hunden
  • Die Konfliktstrategien – Fiddeln/Flirt, Fight, Flight, Freeze (4F)

HIER KANNST DU DEIN WISSEN NOCH WEITER VERTIEFEN

…und noch viel mehr über die Sprache deines Hundes lernen.

Anhand von vielen Bildern und Videos werden wir hier in die faszinierende Welt der Hundekommunikation eintauchen und unsere Hunde danach noch besser verstehen. So wirst du auch immer früher erkennen, ob du eine Hundebegegnung zulassen kannst oder ob ihr besser einen Bogen macht.

Du wirst aber auch erfahren, wie du all dieses in deinem Alltag mit deinem Hund nutzen und wie du ihn unterstützen kannst.

Hab ich dein Interesse geweckt? Dann melde dich doch gleich zu meinem 6-teiligen Online-Kommunikationskurs „Fremdsprache Hündisch“ an.

© 2020 –  Teamschule – Monika Oberli
info(at)teamschule.ch

2 Gedanken zu “Spielende Hunde

  1. Pingback: Mobbing unter Hunden | TeamSchule - Mensch und Hund

  2. Pingback: Sorge für gute Spielsituationen | TeamSchule - Mensch und Hund

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