Das ominöse „Nein“ zum Zweiten

fznor

Geht es um das Wörtchen NEIN scheiden sich die Geister.
Die einen sagen, ohne geht es nicht. Für andere ist es ein absolutes Unwort.
Und wie so oft im Leben steckt in beiden Ansichten ein Körnchen Wahrheit.

Denn selbstverständlich muss es die Möglichkeit geben, gewisse Verhalten des Hundes schnell zu unterbrechen. Alles andere wäre viel zu gefährlich. Dem widersprechen auch Jene nicht, die sich gegen das NEIN verwehren.

Sie haben ganz andere Gründe gegen ein NEIN

  • NEIN weckt ungute Gefühle
  • NEIN erwartet, dass der Hund weiss weshalb
  • NEIN führt häufig zu negativen Konsequenzen für den Hund
  • NEIN wird gerne inflationär benutzt
  • NEIN hat wenig Informationsgehalt
  • NEIN…viele weitere Gründe findest du hier

Hinzukommt, dass die wenigsten Besitzer ihrem Hund das „NEIN“ wirklich beibringen, sondern einfach erwarten, dass er es versteht –> Siehe auch hier

Und deshalb sagen die NEIN-Ablehner zu Recht: wir können das Verhalten unserer Hunde auch anders und dazu erst noch nett unterbrechen. Wie das geht, habe ich hier ausgeführt


UND TROTZDEM NUTZE AUCH ICH DAS WÖRTCHEN „NEIN“
Denn bei uns ist es einfach ein weiteres Aufmerksamkeitssignal, welches ich wie all die anderen mittels klassischer Konditionierung und unter Verwendung von Belohnungen aufgebaut habe.

Auf die Art muss ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich das NEIN mal verwende und es fühlt sich erst noch für alle gut an: für meine Hunde, weil sie wissen, dass sie danach etwas Gutes bekommen und für mich, weil meine Hunde zuverlässig darauf reagieren.

Im folgenden Video sieht man wie ich unser Aufmerksamkeitssignal NEIN anstelle des  Rückrufs verwende und wie freudig Jason und Shadow dieses annehmen:

Zusätzlich habe ich Unterbrechersignale aufgebaut, bei dem meine Hunde zuverlässig ein Verhalten abbrechen, ohne dass ich ihnen sage, was sie danach tun sollen – das dürfen sie in dem Moment selber entscheiden.

Aber auch wenn diese Signale im Alltag gut klappen, so ist es doch wichtig, dass sie nur selten verwendet werden. Denn jedes noch so gut aufgebaute Signal nutzt sich ab, wenn es zu häufig benutzt wird. Und auch die positiven Emotionen schwächen sich ab, wenn der Hund damit immer wieder in seinem Tun unterbrochen wird. Selbst wenn wir es immer wieder positiv aufladen.

ABER POSITIVES TRAINING KANN NOCH MEHR

Denn ist es ist doch viel Schöner, wenn wir unseren Hunden das Gewünschte beibringen statt das Unerwünschte zu unterbrechen oder zu sanktionieren. Das macht unser aller Leben leichter und die Hunde können sich im Rahmen unserer Leitplanken bewegen ohne immer wieder in ihrem Tun unterbrochen zu werden. Und wer dazu noch Signale hat, die fair und mit passenden Alternativen sowie guten Emotionen aufgebaut wurden, dem gelingt es auch, seinen Hund damit im Notfall zu stoppen. 

Nein ist weder Gut noch Böse. Erst was wir danach tun, macht daraus Emotionen!

© 2020 – Teamschule.ch – Monika Oberli

2 Gedanken zu “Das ominöse „Nein“ zum Zweiten

  1. Pingback: Das ominöse Wörtchen „Nein“ | TeamSchule - Mensch und Hund

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