Bestichst du noch oder belohnst du schon?

Belohnungen machen dein Training effektiv.
Aber nur wenn sie richtig eingesetzt werden, bringen sie dich im Training weiter.

knochen

Kekse* richtig genutzt können so viel bewirken. Dass sie zum Bedürfnis deines Hundes passen, davon gehen wir schon mal aus.

Aber es macht auch einen deutlichen Unterschied, ob du ihn vor oder der Leistung deines Hundes präsentierst.

* Keks als Synonym für jede Art von Belohnungen

DER KEKS ALS LOCKMITTEL

Das ist dann der Fall, wenn du den Keks/dein Spieli in die Hand nimmst, bevor dein Hund das gewünschte Verhalten ausgeführt hat.

Oft ist dies hilfreich, um deinem Hund eine erste Trainingsidee zu geben oder ihn durch eine schwierige Situation zu unterstützen, die er ohne noch nicht schafft. Egal ob du es mit einer Belohnung oder dem Handtaget machst.

Aber es darf nicht beim Locken bleiben, denn sonst gehört der Keks ganz schnell mit zum Signal und dein Hund reagiert nur, wenn er das Lockmittel sieht. Ausserdem wird sich dein Hund immer mehr auf den Keks statt auf die Aufgabe konzentrieren. Dass dies so ist, erkennst du daran:

  • Du nimmst das Spieli in die Hand BEVOR du deinen Hund rufst 
  • Du hast die Hand schon im Leckerchenbeutel BEVOR du „Sitz“ sagst
  • Dein Hund schaut erst auf deine Hand BEVOR er das Signal ausführt

Deshalb wechsle schnell vom Locken ins Belohnen, sobald der Hund eine Idee vom gewünschten Verhalten hat.

DER KEKS ALS BESTECHUNG

Du rufst deinen Hund zu dir. Er schaut dich an, kommt aber erst wenn du in den Leckerchenbeutel greifst oder ihm sein Spieli zeigst.

Kommt dir das vertraut vor? Dann achte dich zukünftig darauf darauf, dass du erst zur Belohnung greifst, wenn du dein Signal gegeben hast und dein Hund das Verhalten zeigt – zu Beginn darf es auch nur der Ansatz dazu sein. Auch wenn sich dadurch das Verhalten erst mal verschlechtert. Langfristig wirst du weiterkommen.

Natürlich könntest du ihm den Keks danach einfach nicht geben. Aber wie oft wird dein Hund darauf herein fallen? Besser ist es, die Signale so aufzubauen, dass er weiss, dass er NACH oder WÄHREND der Ausführung eine Belohnung bekommt – und wenn es zu Beginn nur für das Ansatzverhalten ist.

Den Hund zu bestechen, kann sehr verlockend sein, da er das Signal dadurch relativ sicher ausführen wird. Zumindest zu Beginn. Aber du wirst merken, dass du mit der Zeit immer höherwertige Belohnungen einsetzen musst. Und wenn dein Hund etwas Besseres im Auge hat, wird er sich immer öfters für dieses entscheiden. Daher ist Bestechung, wenn überhaupt, nur für Notsituationen sinnvoll.

DER KEKS ALS VERSTÄRKER (BELOHNUNG)

Nutzt du den Keks/das Spieli als Belohnung so verstärkst * du damit das Verhalten, welches dein Hund gerade gezeigt hat. Und dein Hund lernt, dass er erst das gewünschte Verhalten zeigen muss, bevor es gegebenenfalls eine Belohnung gibt.
Die Belohnung wirkt jedoch nur verstärkend, wenn sie dem momentanen Bedürfnis deines Hundes entspricht. Alles andere ist nur eine nette Zugabe.

Zu erkennen, dass du Belohnst erkennst du an den folgenden Verhalten:

  • Du gibst dein Signal und dein Hund befolgt es, ohne dass er eine Belohnung sieht
  • Dein Hund bietet dir im Alltag viele erwünschte Verhalten von sich aus an
  • Du rufst deinen Hund und trotz seiner Lust auf das Spiel mit seinem Kumpel, kommt er freudig zu dir

Dann herzlichen Glückwunsch: dein Hund hat durch Belohnen gelernt, die von dir gewünschten Verhalten zu zeigen.

Und so ist der Keks als Belohnung eingesetzt langfristig die erfolgreichste Art, deinem Hund ein neues Verhalten verlässlich beizubringen. Nutzt du dazu noch den Marker mit dem du punktgenau das richtige Verhalten kennzeichnen kannst, so hast du erst noch mehr Zeit, ihm seine Belohnung zu geben. Zudem wird dein Hund noch schneller lernen, was von ihm gewünscht ist.


DER KEKS ALS EXTERNE BELOHNUNG

Führt dein Hund ein Verhalten zuverlässig aus, so kannst du die Belohnung auch mal sichtbar auslegen. Sobald dein Hund das erwünschte Verhalten gezeigt hat, darf er auf deinen Marker/dein Signal die Belohnung holen:

  • Dein Hund läuft ein paar Schritte an der lockeren Leine –> Lob & ab zur Belohnung
  • Dein Hund kommt auf den Rückruf –> Lob & ab zum gefüllten Napf
  • Nach dem Verstecken des Balls, macht dein Hund noch einen Slalom durch deine Beine –> Lob & ab zum Ball

Du wirst erleben, wie viel schneller und freudiger dein Hund in diesen Momenten deinen Signalen nachkommt. Übrigens funktioniert auch das Dreieckspiel nach diesem Prinzip.

© 2020 – Teamschule – Monika Oberli

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